Wir leben immernoch, aber jetzt mehr

23. August 2010

Ja, das allerwichtigste steht ja schon im Titel. Wir haben unsere Familienplanung komplettiert und so ein kleines, hilfloses Würmchen auf diese kalte, grausame Welt geworfen. Aber nun mal von vorne.

Beim letzten Blogeintrag war ich ja noch schwanger, sehr sogar. Die Hitzewelle im Juli war alles andere als angenehm und sowieso hat mich alles ziemlich angekotzt und dem Rest der Familie war Walrossmama auch langsam über. Alle möglichen körperlichen Zipperlein, „leicht“ eingeschränkte Bewegungsfähigkeiten („Schatz, kannst Du mir mal die Schuhe anziehen?“) und die wachsende Ungeduld auf die kommenden Schlaflosnächte haben eben nicht nur mich gestresst. Zudem kam noch die Prophezeihungen meines Gynäkologen der mir bei jedem Besuch sagte dass sein Designer-Kind mit Optimalmaßen etwa ein Kilo weniger wöge als das was ich da mit mir rumschleppe. Also eine Aussicht auf einen weiblichen Hefeklops. Kam ja aber alles ganz anders.

Eines nachts, es war wohl so gegen 1 Uhr merkte ich die ersten Wehen die dann auch bald in regelmäßigen Abständen den Schlafbedarf killten. Also ab ins Krankenhaus. Am Wehenschreiber waren die Störenfriede auch klar zu erkennen, nach einigen Stunden jedoch wieder Sang- und Klanglos verschwunden. Also wieder nach Hause. Ein paar Tage später hatte ich wieder einen Kontrolltermin zum Wie-Groß-Kann-Ein-Hefeklops-Werden-Ultraschall. Der Arzt las meine Gedanken und fragte mich ob ich am nächsten Tag ins Krankenhaus kommen wolle zur Geburtseinleitung. JAJAJAJAJA! Wir bekamen noch ein wundervolles 3-D-Ultraschallbild unserer Tochter mit einer aus Platzmangel ziemlich plattgedrückten Nase. Am Dienstag, den 03.08. gings dann los, 17 Uhr Termin in der Klinik. Ich war ziemich daneben mit den Nerven, irgendwie ging mir das dann doch zu schnell. Bjarne war gut bei meinen Eltern untergebracht. Nachts um 12 Uhr durfte ich dann einen sogenannten Wehencocktail trinken. Das gute Zeugs besteht aus Rhizinusöl, Aprikosensaft und einer Art Alkohol die ich aber nicht identifizieren konnte. Schmeckt scheusslich, also nicht für die nächste Cocktailparty zu empfehlen. Es wirkt, um es mal öffentlichkeitstauglich auszudrücken, durch eine vermehrte Verdauungstätigkeit Gebärmutterstimulierend und dadurch wehenfördernd. Ich denke so kann man es vor 20 Uhr sagen.

Hat auf jeden Fall gewirkt, in jeder Hinsicht. Um 3 Uhr hatte ich schon merkbare Wehen, so gegen sieben gings richtig los, dann kam auch Flo in die Klinik. Und nach unzähligen schmerzhaften Wehen war die Perle dann endlich da. Kurz nochmal die Eckdaten:

Matilda, 3756g, 12.04 Uhr.

Wir waren dann noch 4 Tage im Krankenhaus, die sind eigentlich nicht weiter erwähnenswert bis auf meine wundervolle Bettnachbarin. Aber nur ganz kurz:

19 Jahre alt, guckte am liebsten den ganzen Tag Sitcoms, laberte mich den ganzen Tag mit dem Inhalt ihrer „InStyle“ und „InTouch“ zu, ich bin also bestens informiert wer von den VIPS wann warum und wo auf der Toilette war, rauchte vorm Zimmer, dann ohne Händewaschen wieder ans Kind und nachts alle Fenster, Klappen, Türen und Gardinen zu. Ich gebe mal einen kurzen Dialog wieder:

Sie: „Was liest Du denn da die ganze Zeit?“

Ich: „Den Spiegel, einen Artikel über unsere Regierung.“

Sie: „Oh, ich interessiere mich ja auch ganz dolle für Politik. Hier in meiner InStyle steht auch viel darüber drin. Die hatten sogar einen kurzen Artikel über die LoveParade in Duisburg.“

Ich: „Ahja.“

oder

Tagesschausprecher: „…hat sich gestern unser Außenminister Guido Westerwelle…“

Sie (fast brüllend vor Lachen): „Guido, was ist denn das für ein Name, hab ich ja noch nie gehört!“

Aber das war eigentlich auch schon alles was in der Klinik wirklich spannend war. Ansonsten hab ich mich erholt und mich gefreut wenn wir Besuch bekommen haben.

Samstag ging es dann nach Hause. Ein bißchen anders als erwartet. Ich hatte es mir ungefähr so vorgestellt:

Wir kommen nach Hause. Bjarne freut sich riesig über das „von Matilda mitgebrachte“ Geschenk, eine tolle Thomas-Die kleine Lokomotive Bettdecke. Lässt sie gar nicht mehr los, liebt seine kleine Schwester über alles und Mama und Papa sind glücklich über ihre kleine Familie und das neue Leben.

Soweit mein Wunschdenken. Nun die Realität.

Wir kommen nach Haus (soweit stimmt das ganze ja). Bjarne bekommt die Bettdecke, guckt sie sich kurz an und gibt die uns zurück. Will er nicht haben. Außerdem soll Matilda zurück ins Krankehaus, Mama soll alleine nach Hause kommen. Matilda ist nämlich blöd. Zufällig hat Mama (wie viele Frauen am 3. Tag nach der Geburt) auch noch ihren Babyblues, die Hormone eben, und heult rotz und Wasser weil alles Scheisse ist, Bjarne seine Schwester nicht mag, Zuhause gerade alles andere als aufgeräumt, sauber und organisiert ist (Flo war ja die meiste Zeit in der Klinik) und sowieso alles nervt einfach. Mama will zurück ins Krankenhaus, ohne Bjarne, ohne Matilda, einfach 4 leckere Mahlzeiten am Tag, chillen, aber in ein anderes Zimmer.

Mittlerweile aber haben sich die beiden miteinander arangiert. Bjarne kümmert sich auch schonmal um seine geliebte Konkurrentin, streichelt sie und gibt ihr den Schnuller. Ab und zu kommen zwar noch Kommentare wie „Tilla zu laut, oder?“ oder „Ui, Tilla aber dicker Bauch…“ aber grundsätzlich denke ich dass er seine Schwester eigentlich schon ganz anständig findet. Und sie nimmt Bjarnes grobmotorischen Streicheleinheiten auch ohne Murren an.

Jetzt ist sie 19 Tage alt, Flo ist seit Freitag wieder arbeiten und hier fängt allmählich der Alltag als Zweifachmama an. Ich muss sagen dass alles wesentlich besser klappt als in der Zeit als Bjarne so klein war. Die Routine hat mich eben. Und wir Eltern werden langsam erwachsen.

Das solls fürs erste gewesen sein. Dieser Blog wird jetzt, sobald der Papa mir nochmal ein bißchen mit dem HTML unter die Arme greift Bjarnes und Matildas Blog werden. Und die Blogeinträge werden länger. Ich freu mich schon auf die zwei kleinen Chaoten die sich sicher den ganzen Tag zoffen, aber gemeinsam die Kekse vom Schrank klauen :-)

Nachtrag: Habs auch ohne den Papa geschafft. Der neue alte Blog ist somit offiziell eröffnet :-)

Ein paar Minuten auf dieser Welt

Unsere beiden Schlingel

Burgfräulein

DJ Bjarne

Pauli hat gewonnen!



Ja, wir leben noch

16. Mai 2010
Nachdem uns netterweise von 1&1 aufgrund eines Mitarbeiterfehlers Internet und Festnetz abgestellt wurden waren wir nen guten Monat ohne wirkliche Kontakte zur Außenwelt und es gibt natürlich ne Menge Neues zu berichten.
Ich versuche mal zu rekonstruieren.
Einen schönen Sonntag haben wir uns morgens in den Flieger gesetzt und sind, einfach mal so, für einen Tag nach München geflogen. Das war natürlich schon etwas vorher geplant, fühlte sich aber trotzdem sehr spontan an. Wir sind so gegen 7 Uhr mit dem Auto zur Lufthansa gefahren, haben da geparkt und sind dann mit dem Holiday-Shuttle zum Flughafen. Ich hatte ja schon so meine Bedenken ob Bjarne den Flug wohl so mitmacht, eine Stunde stillsitzen, dann der Druck auf den Ohren und die ungewohnte Umgebung. Wir haben zuerst mal natütlich eingeckeckt und dann Flugzeuge angeguckt, dann gings auch schon bald los zum Gate. Ab durch die Sicherheitskontrolle mit der Karre, auch alles Problemlos. Bjarne wurde abgescannt, keine Drogen, keine Waffen und in der Windel haben die Damen und Herren in weiser Vorraussicht nicht gesucht. War aber auch nix drin. Flo weiß nun wenigstens dass er in seinen Schuhsohlen eine Metallplatte hat :-)
In der Gangway wurde uns die Karre abgenommen und wir durften einsteigen. Der Flug lief großartig problemlos. Bjarne hat erstaunlich toll mitgemacht und war hellauf begeistert. In München angekommen sind wir erstmal mit der S-Bahn in die Innenstadt gefahren, haben uns einwenig am Rathaus umgesehen und sind durch die Strassen geschlendert. In einem (Hinter)Hofbräuhaus haben wir original bayerische Kost genießen (und auch bezahlen) dürfen, Bjarne hatte seine erste Maß, dann gings noch in eine Super-Confiserie die die genialsten Törtchen anbietet die ich je in meinem Leben gesehen habe und dann auch schon bald wieder Richtung Flughafen zurück. Leider mussten wir dort ein paar Stunden bangen ob wir überhaupt wieder zurück nach Hamburg kommen, da wir ja durch Flo einen guten Rabatt bei der Lufthansa bekommen, aber auch leider nur Stand-By fliegen. Das bedeutet dass wir nur einen Platz in der Maschine bekommen wenn einer frei bleibt. Das war in unserer geplanten Maschine leider nicht der Fall, glücklicherweise aber in der 2 Stunden später. Bjarne hat auf dem Rückflug geschlafen wie ein Engel und so hatten wir einen wunderschönen Familienausflug.
Viele von Euch wissen schon dass wir in knapp 3 Wochen umziehen. Es zieht uns ins schöne Bad Bevensen, nicht mehr ganz Hamburg, aber wunderschön. Ein richtiger Luftkurort, Schulen, Kindergarten und Einkaufsmöglichkeiten sind zu Fuß zu erreichen. Wir haben eine tolle 4-Zimmer-Wohnung mit 110m². Ich denke wir 4 werden uns da sehr wohlfühlen.
Am Sonntag waren wir beim Lufthansa-Familientag. Das Wetter war zwar nicht ganz so toll aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht. Wir haben ne Menge Flugzeuge gesehen und durften in ein paar Hallen reingucken. Außerdem gabs lecker essen und einen Bobbycar-Parcours der Bjarne natürlich gefesselt hat. Als wir dann los wollten weil noch eine Fahrt nach Bad Bevensen anstand gabs ne Menge Gezeter. Erst ein Ratter-Schieberad mit Liebesperlen drin konnte das Gemüt unseres Sohnes wieder besänftigen.
Vor etwa 3 Wochen waren wir auf den ersten Geburtstag von Amy eingeladen, der Tochter meiner Freundin Sandra. Es war ein ganz toller Nachmittag, es gab super-Torte und Bjarne hat mit Amy ein Bobbycar-Rennen auf dem Rasen veranstaltet. Und ich hatte endlich mal wieder Zeit mich mit Sandra zu unterhalten, die allerdings, jetzt wo wir in ihre Nähe ziehen, das Weite sucht und mit ihrer kleinen Familie in den Norden zieht. So geht jeder seine Wege…
Und hier noch ein kleines Update aus Bjarnes Sprachschatz:
mähckt – schmeckt
Gettie – Spaghetti
Toffebei – Kartoffelbrei
Hubaba – Hubschrauber
Eisönschen – Eichhörnchen
Wackelpüing – Wackelpudding
Mama pieks? – Kriegt Mama ne Spritze?
Airwehs – British Airways
Er Franz – Air France
Dundansa – Lufthansa
Büssl – Air Brussels
Kokos – Türkish airways
IEM – KLM
Ejejet – Easyjet
TUI
Biliiiiin – Air Berlin
ana Biliiin? – kommt da jetzt noch eine Air Berlin? (Beliebig ersetzbar)
Donda – Condor
Wihnks – German Wings
Stalienz – Star Alliance
Noch etwas gibt es zu berichten:
Wir haben es heute vom zweiten Gynäkologen gehört, unser zweites Kind wird ein Mädchen. Es gibt Beweisfotos, allerdings noch nicht für die Öffentlichkeit :-)
Der Schalk
Bjarnes neues Spielzeug
Flo und Bjarne unter einer 747
“Männer” und Spaghetti

Joghurt mit Stäbchen

Bjarne ist zwei!

21. Januar 2010

Es ist vollbracht, wir haben mit unserem Sohn seine zweiten Geburtstage gefeiert, gleich mehrmals sozusagen. Sein eigentlicher Geburtstag war am Freitag. Da habe ich mit ihm vormittags ein bißchen eingekauft, er durfte sich eine Backmischung für seinen Geburtstagskuchen aussuchen. Es wurde ein Käpt’n Sharki Schokokuchen der super geschmeckt hat. Bilder seht ihr wie immer unten. Samstag bin ich (aufgrund schlechten Schlafes in der Schwangerschaft) schon um halb sechs freiwillig aufgestanden, hab mir mein Hörbuch (Dan Brown, Das verlorene Symbol, sehr spannend) auf die Ohren gepackt und die Wohnung geputzt. Statt Staubsauger gabs halt nur nen Besen, man will um die Uhrzeit ja nicht die Nachbarn ungnädig machen. Geht aber auch, so haben die im Mittelalter ja schließlich auch ihre Buden sauber bekommen.
Nachmittags kamen meine Eltern zu Besuch und schenkten Bjarne tolle Sachen. Viele Klamotten (worüber sich ja vor allem die Eltern freuen…), Ernie Buttons die seine Cordjacke zieren, einen Rucksack mit Ernie drauf, ein supersüßes selbstgenähtes Erniekuschelkissen und… tatatata einen AKKUSCHRAUBER. (Für Kinder natürlich). Das gute Stück heisst Phil, the drill und klingt auch so. Das Präsent wurde ihm mit einem breiten Grinsen von meinem Papa überreicht. Der wusste nämlich bereits dass Phil ganz schön laut ist. Wenn man den Akkuschrauberstartknopf drückt dreht sich der Schraubenzieher, Phil wackelt lustig mit den Augen, macht ein Akkuschraubernutzgeräusch und hinterher lacht der auch noch ganz dreckig. Bjarne fährt voll drauf ab, immernoch (fast ne Woche später) und das will schon was heissen.
Flo und ich haben für den Nachmittag einen Ernie-Kuchen gebacken. Vorraussetzung dass das Teil auf den Tisch kommt war dass Bjarne ihn als Ernie identifiziert. Glücklicherweise hat er das getan, obwohl der Kuchen eher aussah wie Zombnie. Geschmeckt hat er trotzdem ganz gut.
Am Sonntag sind wir in den Indoorspielplatz in Bönningstedt gefahren. Da haben wir uns mit Tina, Tanja und Benni sowie den Kleinen Luca und Emily getroffen. Es war ein echt schöner, superanstrengender Nachmittag. Die Kleinen sind durch die Klettergerüste geturnt, auf den Hüpfburgen und Rutschen rumgetrampelt und im Bällebad getaucht. Auch wir Eltern hatten massig Spaß. Wann darf man schonmal wieder klein sein und sich im Bällebad vergraben, álá die ich seh die Welt nicht, also sieht sie mich auch nicht. War so schön. Aber komischerweise sind da alle Eltern so drauf :-) Es gab natürlich auch die ein oder andere Verletzung, aber nichts ernsthaftes. Wo gehobelt wird fallen nunmal auch Späne.
Das solls jetzt erstmal mit dem Geburtstagsbericht gewesen sein. Auf die nächsten 365 Tage!

Frohes Neues Jahr!

07. Januar 2010

Hallo ihr lieben!
Ich wollte mal wieder was Neues von unserem Kind berichten, nachdem ich ja schon ne ganze Weile eher faul war.
Bjarne geht es blendend. Nächste Woche wird er zwei und die Zeit rennt. Gerade erst völlig zerknautscht auf der Welt, jetzt schon fast zwei Jahre alt. Und das beste: Er will arbeiten.
Letzte Woche kam er zu Flo ins Wohnzimmer, Jacke an, Schuhe an und seinen kleinen, orangen Pappkoffer in der Hand. Sagt zu Papa ständig „Akuhs, Akuhs!“ Nach einer Weile kam Flo dann auch drauf dass der Sohnemann einen Kuss haben möchte. Den bekam er und sagte „Schüh Baba, ahbei!“
Das heisst soviel wie „Tschüss Papa, ich geh dann jetzt mal arbeiten!“ Einfach toll wie früh die Kids heutzutage schon ihren Lebensunterhalt verdienen wollen.
Am Wochenende waren wir mal wieder bei Oma Renate zu Besuch. Die Katzen sind sehr froh dass wir wieder weg sind. Kasi hatte sich gleich von Anfang an nicht wirklich blicken lassen, aber der gute Alex musste doch sehr unter Bjarne leiden. Natürlich wurde auch wieder sein Katzenfutter vernichtet und Bjarne hatte tierischen Mundgeruch danach. Diesmal hiess Alex allerdings nicht mehr „Gatse“ sondern „Aehs“. Mit Schlaf war bei Oma nicht viel zu wollen. Bjarne hatte am Samstag vor unserer Abfahrt noch einen schönen Mittagschlaf gemacht. Natürlich gabs bei Oma soviel zu entdecken und zu erforschen dass man das Schlafen völlig vergessen hat. Wir versuchten ihn wie immer gegen 20 Uhr ins Bett zu stecken, um 0:15 Uhr ist er auf Flos Bauch eingeschlafen. Nichts mit schönem Spieleabend ohne Kind… Mittagschlaf am nächsten Tag war auch nur der Hauch einer Idee. Als wir Zuhause waren hat er erstmal wieder ne Menge Schlaf nachgeholt. Das hatte natürlich auch was :-)
Sylvester war übrigens auch ganz toll. Ich habe für Bjarne ein paar Knallerbsen und ein Kinderknallerset namens „Kinderpeng“ gekauft. Da waren ein paar Silberkreisel und sowas drin, nichts großes oder lautes natürlich. Um 17.30 haben wir uns mit unseren Freunden Tanja, Benni und Sohnemann Luca getroffen und sind auf den Marktplatz gegangen. Luca war da schon mit den Nerven völlig am Ende, er hat fiese Angst vor Feuerwerk. Wir haben dann ein paar Wunderkerzen angemacht, ein paar Knallerbsen vernichtet und uns den Hintern abgefroren. Danach sind wir zu uns nach Hause, haben ganz gemütlich Raclette gegessen und gequatscht. Gegen halb elf sind unsere Gäste dann nach Hause weil Luca ganz müde war. Bjarne allerdings nicht. Er tobte noch bis um elf bei uns auf dem Bett rum und sang „Hopp, hopp“.
Dann ging er aber auch ins Bett. Flo und ich haben uns mit unseren Decken ins Bett gekuschelt und das Feuerwerk aus dem Schlafzimmerfenster angesehen. So sind wir auch gut ins neue Jahr gekommen.

Hier noch ein paar neue Vokabeln:

biebieb – Vogel
Toasch – Thomas, die kleine Lokomotive
Neeee – Schnee
Ommah / Oppah – Oma und Opa
akal – arschkalt
seiss – Scheiss
Kinke – Trinken
Afeh – Apfelsaft
Nine – Mandarine
Sessin – Die kleine Prinzessin

Achso, eine wichtige Neuerung noch:
Das Wort „Aküh“ hat er von alleine aus seinem Wortschatz gestrichen und sagt jetzt einfach „Wöähs“ zur Wurst.

Ach, und noch was

10. Dezember 2009

Einige von Euch wissen es schon, vor allem die Omas und Opas aber Euch anderen wollen wirs auch nicht vorenthalten:
Bjarne wird bald großer Bruder sein.
Der geplante Termin ist der 16.08.2010, ist also noch ne ganze Weile hin.
Glückwünsche nehmen wir trotzdem gerne jetzt schon entgegen :-)

Kampf um die / mit der Wurst

08. Dezember 2009

Da bin ich schonwieder, diesmal hats tatsächlich nicht so lange gedauert. Viel ist deswegen auch nicht passiert, aber so ein paar Kleinigkeiten will ich Euch nicht vorenthalten.

Gestern waren wir unseren wöchentlichen Großeinkauf bei Famila erledigen. Wie schön einfach das doch alles mit dem Auto sein kann… Auf jeden Fall kauften wir, wie fast jeden Montag, eine Stangensalami. Bjarne saß gemütlich in seinem Einkaufswagen, spielte mit eben dieser Stangensalami, als, schwuppdiwupp, im Einkaufswagen nebenan ein Mädchen gesichtet wurde. Etwa im selben Alter wie unser Stöpsel. Sie sah die Salami, gab einen Laut von sich und schon kam der allseits bereite Papa auf sie zugesprungen, gab ihr auch eine Stangensalami aus deren Einkaufswagen und dann ging der Krieg los. Salami ben K(e)nobi gegen Prinzessin mit der viel dickeren Salami.
Und das war sie tatsächlich. Hätte ich gewusst dass diese Familie die größte angebotene Salami in den Wagen packt hätte ich ja auch auf ein ganz anderes Kaliber zurückgegriffen. Bjarne sah mit seinem Würstchen dagegen eher mickrig aus. Aber das Blatt wendete sich. Vom Süßigkeiten- bis zum Putzmittelregal behielt die Prinzessin noch die Oberhand. Aber als ich aus dem Putzmittelregal eine frische, saubere, neue Klobürste holte war die Prinzessin ganz schnell verschwunden…
Aprospos Wurst, Bjarne ist ein richtiger Schelm geworden. Als ich ihn letztes bat mir doch bitte mal das Telefon zu geben sagte er ziemlich bestimmt „NEIN!“, rannte in die Küche und ich machte mich für einen längeren Kampf bereit. Doch nein, er kam zurück ins Wohnzimmer, grinste über beide Ohren, drückte mir das Telefon in die Hand und verschwand im Nichts. Unter das Telefon, auf meine Handseite sozusagen, hatte er liebevoll eine Scheibe Salami gelegt.
Ich glaube das Ganze bedarf keines weiteren Kommentars :-)

Und es hat wieder nicht geklappt

22. November 2009

Ich hab mir wieder viel zu viel Zeit gelassen bis zu diesem Eintrag. Und auch diesmal ist wieder viel passiert.
Wie viele von Euch wissen: Unsere Familie hat Zuwachs.
Geboren am 08.12.03,
Gewicht etwa 1,5t,
Länge 4467 cm

Die „Kleine“ haben wir liebevoll Zafi getauft. Und so sieht sie aus:

Endlich sind wir mobil. Nicht mehr dieses ständige Einkaufen nur mit Kinderwagen, auf Bus und Bahn angewiesen sein und bei jedem Kleinkram überlegen wie man am besten himkommt.

Aber in der ganzen Zeit ist auch noch viel mehr passiert. Bjarne hat zum Beispiel ein neues Bett bekommen. Das sieht so aus:

Die Geschichte dahinter: Er schläft ja noch in seinem Kinderbettchen. Da sich unser Kind aber entschied ein langer Hans zu werden mussten wir vor einigen Monaten schon das Lattenrost komplett auf den Boden legen, da er sonst nen Abflug gemacht hätte. Jetzt liegt sozusagen die Matratze auf dem Boden und der Käfig steht drumrum. Leider turnt er so viel dass er sich ständig mit den Füßen verkeilt und wir aus dem Kinderzimmer ein wehklagendes „Heppeh, Heppeh!!!“ hören können. Also muss ein neues Bett her. Nach vielem Rumgucken in diversen (auch schwedischen) Möbelhäusern haben wir unser Traumbett bei Ebay gefunden. Das Bett seht ihr ja auf dem Bild, der Clou allerdings sind 4 anschraubbare Füße sowie eine Treppe die das Ganze zum Hochbett umfunktionieren. Wenn er dann also ein bißchen älter ist hat er den Traum eines jeden Kindes verwirklicht in seinem Zimmer. Geniale Sache. Wenn er in etwa 3 Jahren zu uns kommt und sagt:
„Mama, Luca hat ein Hochbett, ich will auch eins, sofort!!!“
Sag ich: „Das geht auch freundlicher. Warte, ich hole die Füße ausm Keller.“

Letztes Wochenende waren wir mit unserer Zafi bei Oma Renate in Bad Schwartau. Aufmerksame Blogleser werden wissen dass Renate zwei Katzen hat, Alex und Kasi. Kasi haben wir die ganze Zeit nicht gesehen, Alex allerdings suchte sich im Haus einen ruhigen Platz, was bei Bjarnes Anwesenheit gar nicht so leicht zu bewerkstelligen ist.
Zumal ihm dieses komisch laute zweibeinige Tier ständig das Trockenfutter wegfraß. Bjarne hat die Brekkies für sich entdeckt.
Als wir Alex abends zum Abendessen von der Terrasse reinlocken wollte hat Bjarne einen gar nicht so blöden Plan entwickelt. Er ging einfach mal zur Terrassentür und rief: „Gatse, esse! Gatse, gom, esse!“
Hat nicht geklappt. Also ging er in die Küche, holte ein paar Brekkies um Alex damit ins Haus zu locken. Im Wohnzimmer, auf halbem Wege zur Terrassentür fragte Renate ihn: „Na, Bjarne, hast Du Alex was zu fressen mitgebracht?“ Mit einem kurzen Blick auf seine Hand verschwand der Katzenlockstoff in seinem Mund und ein hämisches Grinsen machte sich breit. Das Ganze wiederholte sich noch etwa 5 mal, in die Küche gehen, Brekkies holen, den Vorsatz schmieden jetzt aber damit Alex zu locken und er hat es wieder nicht geschafft und kam kauend ins Wohnzimmer. Das arme Kind, so im Zwiespalt…

Um Euch alle auch über seine Entwicklung auf dem Laufenden zu halten schreib ich mal ein kleines Wörterbuch mit einer Auswahl seiner Wörter: Bjarne – Deutsch:

Gatse – Katze
Gogüh – Joghurt
Geseh – Käse
sissen – sitzen
eindei – einsteigen
Agau – Auge
Kika – ich möchte Kinderkanal gucken
ahbei – Arbeit
Ohse – Hose
Bau de daida – Bob der Meister
ginge – klingelt

außerdem kann er mittlerweile Headbangen, Luftgitarre spielen, alle Lichtschalter und Klingeln im Treppenhaus bedienen und weitere so wichtige Dinge.

So, das solls für heute erstmal gewesen sein, der Tag fängt gerade an, es ist gerade mal kurz vor acht. Bis zum nächsten mal!

Aküh!

11. Oktober 2009

Hallo Ihr alle! Es tut mir außerordentlich leid dass ihr alle solange nichts von mir gehört habt. Ich hatte in letzter Zeit abends echt viel um die Ohren, aber jetzt habe ich es geschafft, endlich.
Es ist so unglaublich viel passiert in der letzten Zeit dass ich mich aufs Wesentliche beschränke, wahrscheinlich ist sogar das noch viel zu viel :-) Als erstes mal die Geschichte die hinter dem Titel steckt.
Bjarne redet schon eine ganze Menge.
Sein Repertoire umfasst Laute von Tieren (Kuh, Hund, Elefant…) mehr oder weniger deutlich. Sieht er unterwegs ein Tier das er kennt oder gar ein Flugzeug am Himmel (was in Langenhorn nicht allzu selten ist) fängt er an zu sagen was er sieht. Erst ganz leise. Wenn man Glück hat hört man es sofort, kann ihn bestätigen und alles ist gut. Ich schreib Euch so einen „Dialog“ mal nieder.

Anni und Bjarne gehen einkaufen. Am Himmel ist ein Flugzeug (Lufthansa Regional, 52 Pasagiere, Pilot blond) im Landeanflug.
Bjarne (leise): „Süßa!“ (Süßa heisst Flugzeug)
Mama hört ihn, sagt: „Ja, Schatz, da ist ein Flugzeug!“
Alles ruhig, alles gut.

Nun kommt es aber mal vor dass ich ihn aufgrund des Straßenlärms nicht gleich hören kann. Dann geht das ungefähr so von statten:

(Gleiches Flugzeug, heute nur 51 Passagiere, einer hatte Durchfall)
Bjarne (leise): „Süßa!“
Mama hört nicht, schiebt weiter.
Bjarne (nimmt den Finger, zeigt drauf und sagt lauter): „Süßa, Süßa“
Mama hört immernoch nicht.
Bjarne (brüllt): „Süßasüßasüßasüßasüßasüßa!!!!!!!!!!“
Mama hört, sagt: „Ja, da ist ein Flugzeug“
Bjarne nickt, alles ist gut.

Ergo, er erkennt Dinge recht gut und weiß sich auch mitzuteilen. Wenn er „Süßa“ sagt kann man mit viel Phantasie sogar auf „Flugzeug kommen. Aber wer kann mir bitteschön mal erklären warum zur Hölle er zur Wurst „Aküh“ sagt? Er plappert viel nach, Apfel heisst Abeh, Trinken heisst Kinke, aber Wurst bleibt Aküh.
Und das mit einer Wehemenz die ich sonst selten bei meinem Kind sehe. Wie oft habe ich ihm beim Abendessen deutlich vorgesprochen „W-U-R-S-T“
Seine genauso deutliche Antwort lautet „A-K-Ü-H!!!!!“ Ich habe keinen Schimmer.
Genausowenig kann ich seinen Namen für die Banane verstehen. Die nennt er nämlich liebevoll Mama. Auch da lässt er sich nicht überzeugen dass es einen besseren Namen für dieses tolle Obst gibt. Naja, versteh einer dieses Kind.

Bei unserem letzten Flohmarktbesuch haben wir für Bjarne einen Laptop ergattert. Das Teil nennt sich Tiger-Maus und ist supergenial. Die Hoffnung er würde dadurch jetzt die Finger von unseren Laptops lassen hat sich leider nicht bestätigt aber wir haben unserem Kind mit dem Teil einen echten Gefallen getan.
Als ich dann vor ca. 4 Wochen mit meiner Freundin Tanja und ihrem Sohn Luca einen Besuch bei IKEA absolvierte holte ich ihm gleich den passenden Schreibtisch und Stuhl für sein neues Büro. Könnt ihr auf den Fotos unten ja bestaunen.

Bjarne hat seine alte Flamme Ronja aus der Krabbelgruppe wiederentdeckt. Die Krabbelgruppe war eines Dienstags bei ihrer Mama zum Frühstück eingeladen. Alles war super und die Kinder haben toll gespielt, bis plötzlich Bjarne und Ronja verschwunden waren. Nach einer kurzen Suche fanden wir die beiden im elterlichen Ehebett, zusammengekuschelt und an Mamas MP3-Player rumspielend. Eine Woche davor zog Ronja meinen Sohn hinter die kleine Blockhütte auf unserem Spielplatz. Er kam zwar wieder raus, aber ihm fehlte ein Schuh. Ich sag Euch, das fängt früh an…

So, das solls fürs erste erstmal wieder gewesen sein, ich verspreche, diesmal lasse ich mir nicht mehr soviel Zeit bis zum nächsten Eintrag :-)

Isser nicht süß :-)

Die neue Selbständigkeit

08. August 2009

Unser Kind ist bestens erzogen.
Neuerdings zieht er sich, wenn wir vom Einkaufen oder Spielplatz kommen ganz alleine die Schuhe aus (die haben Klettverschlüsse). Dann packt er sie an den Bjarneschuhaufbewahrungsort.
Flo hat ihm vorhin ein Schälchen mit Weintrauben und Aprikosen auf den Tisch gestellt. Als alles brav aufgegessen war hat er die Schale genommen, in die Küche gebracht und auf den Geschirrspüler gestellt. Als Flo sein Glas Wasser ausgetrunken hatte landete das leere Glas postwendend neben dem leeren Obstschälchen. So ein braves Kind… Ich hab Flo schon gesagt dass er ihm mal zeigen soll wie man Wäsche zusammenlegt.
Heute vormittag sind wir drei zusammen einkaufen gegangen. Flo hat die Karre aus dem Keller geholt, Bjarne und ich sind schonmal Richtung Strasse vorgegangen. Ich dachte mir: mal sehen wie weit ers auf seinen Beinchen schon schafft. Tatsächlich ist er bis zum Backhus gegangen (für Leute die sich unter der Entfernung nichts vorstellen können: Ich gehe die Strecke in etwa 7-8 Minuten). Natürlich hats mit Bjarne etwas länger gedauert, jeder Grashalm, jede Fuge in den Gehwegplatten und jedes noch so kleine Laubstück musste dringend untersucht, katalogisiert und fotografisch ins Gedächtnis eingeordnet werden. Aber brav und artig hat er auf uns gehört, ist nicht Richtung Strasse gelaufen und war richtig gut drauf.
Als wir beim Bäcker ankamen hat er ein Brötchen bekommen und dann durften wir ihn auch (zum essen) in seine Karre setzen. Vorher nicht.
Aprospros Essen…
Unser Kind ist kein typisches Kind möchte ich mal behaupten. Pommes? Nein, lieber Weintrauben. Ne Scheibe Brot? Nö, lieber ne Aprikose. Ein Rosinenbrötchen? Ach, lieber ein Mehrkornbrötchen. Statt Steak lieber Buttergemüse, statt Saft lieber Wasser. So geht das jetzt schon ne ganze Weile.
Flo sagt schon dass er demnächst wohl noch fragen wird ob seine Speisen denn auch Bio und von glücklichen Schweinchen seien…
Am Wochenende waren wir bei meinen Eltern in Bienenbüttel zum Schützenfest. Auf dem Festplatz stand ein Kinderkarussell. Testweise haben wir Bjarne dann mal vorsichtig reingesetzt. Hier bei uns am Langenhorn Markt steht während der Ferien auch immer eins, da saß Bjarne auch schon drin, fands aber nicht so toll. Also haben wir es in Bienenbüttel nochmal probiert. Hier in Hamburg kann man als besorgtes Elterneteil auf dem Karussell mitfahren da sich die gesamte Plattform dreht. Das ging in Bienenbüttel nicht, da die Autos etc. auf einer festen Plattform fahren. Also erstmal nur einen Chip gekauft (wielange hab ich son Teil schon nicht mehr in der Hand gehabt… :-))
Bjarne fands obercool. Also haben wir dann gleich noch ein paar mehr gekauft, ganz zum Leidwesen von Flo. Der stand nämlich die ganze Zeit neben dem Karussell, kurz vor einer ernsthaften Herzattacke immer mit der Angst Bjarne könnte jederzeit aufstehen. Hat er aber nicht getan. Wahrscheinlich hat Flo nur drauf gewartet dass Bjarne keinen Bock mehr hat und raus will, der Zeitpunkt kam aber nicht. Ich weiß nicht wieviele Runden der Stinker gedreht hat, gefühlte warens auf jeden Fall viele.
Auf jeden Fall müssen wir jetzt auch hier am Langenhorn Markt jedesmal anhalten, aussteigen und Karussell fahren. Ich hab am Montag 10 Chips zum Sparpreis gekauft, den letzten haben wir heute verbraucht. Morgen wollen wir zum Dom, mal sehen wie ihm das gefällt :-)

Bjarne hat sich einen Dauerlutscher von der Fensterbank mit ins Bett gemopst. Die Fragmente haben ganz schön geklebt sag ich Euch…

Man beachte diese erwachsene Haltung, das Buch steht übrigens auf dem Kopf, die Bilder sind aber trotzdem bunt.

Dieses wunderschöne Bild bedarf keines weiteren Kommentars.

Das Dschungelcamp

13. Juli 2009

Am Wochenende haben wir Großes vollbracht. Wir haben Bjarnes Zimmer umgestaltet. Aber mal von vorn:
Freitag Abend kam unser Freund Stefan aus Dortmund um uns bei der Umsetzung unserer Planung kräftig sinnbildlich unter die Arme zu greifen. Flo und ich hatten vorweg schon schöne Malvorlagen aus dem Internet gespeichert um sie mithilfe des Beamers an die Wand zu projezieren.
Am Samstag morgen kamen meine Eltern um uns Bjarne legalerweise einige Stunden zu entwenden. Sieht nicht so toll aus wenn das Kind mit Farbe spielt weil keiner Zeit hat sich mit ihm zu beschäftigen… Meine Eltern brachten für Bjarne noch eine sehr tolle Deckenlampe mit, sowie zwei Kartons voller Kinderkassetten und eine Kornmühle.
Relevant sind für den weiteren Bericht jedoch erstmal nur die ersten beiden Dinge.
Als Bjarne dann weg war gings frisch ans Werk. Flo und Stefan suchten schonmal die besten Plätze für den Beamer während ich noch kurz zu Bahr radelte um noch Schaumstoffplatten für Bjarnes neues Riesensitzkissen und Brötchen für unsere leeren Mägen zu organisieren. Hat alles gut geklappt, ich erschrak nur fürchterlich als ich beim radeln auf der Langenhorner Chausse einmal nach links schaute und mich ein riesiger Totenkopf anstarrte. Da scheint wohl eine Geisterbahn gelagert zu werden…
Als ich wieder zurück kam fingen Stefan und ich an zu pinseln was das Zeug hält. Wir haben im Einzelnen einen Affen, einen Löwen, einen Elefanten, eine Giraffe, eine Schlange, einen Papagei, eine Palme und ein paar Blumen zu Tapete gebracht. Es machte uns richtig viel Spaß. Flo hat in der Zwischenzeit die Deckenlampe installiert und ein Regal an der Wohnzimmerwand befestigt auf der nun unser Beamer seinen Platz hat. Wir haben den nämlich nicht nur um Tiere an die Wand zu werfen, eigentlich wollen wir damit Filme schauen.
Die Wand hat eine ganz tolle Gestalt angenommen, wie ihr auf den Fotos sehen könnt. Zwischenzeitlich kam mein Papa mal vorbei um uns einen Zwischenbericht zu geben, Bjarne schlief ruhig und selig in seinem Kindersitz im Auto, Ikea macht halt müde…
Letzendlich hat Bjarne, passend zum Thema, noch einen tollen Betthimmel in Riesenblattform und ein paar selbstgehäkelte Lianen bekommen. Entgegen aller Befürchtungen er könnte Angst kriegen wenn er sein neues Zimmer sieht, obwohl wirklich alle Tiere niedlich gucken hat er sich riesig gefreut, ist ewig an der Wand langgelaufen, hat sich alles genau angesehen und zu jedem Tier „DA“ gesagt. Nur die Palme, die hat er „Baum“ genannt.

Der Besuch bei Ikea den ich mit ihm am Freitag absolvierte ist aber auch noch ein paar lockere Zeilen wert.
Erstmal mussten wir ja in Ermangelung eines Autos mit dem Bus dorthin fahren. Freitag hat es übrigens aus Eimern gegossen.
Wir also pitschenass bei Ikea angekommen um festzustellen dass der Laden erst um zehn aufmacht. Es war zehn nach neun. Aber gut, wenigstens das Restaurant macht schon um halb zehn auf. Ich plante dann also eine Stärkung fürs Gefecht in Form einer „Frokost“ (zu deutsch: Frühstück) ein.
Wir warteten unter dem Ikea-Glasvordach als sich ein älteres Ehepaar zu uns gesellte. Und dann noch eins dass das erste zu kennen schien. Und dann nocheins dass das erste und zweite zu kennen schien. 5 Minuten später standen da ungefähr 50 ältere Menschen, die sich, wie ich aus Gesprächsfetzen raushörte, wöchentlich dort traf UM BEI IKEA ZU FRÜHSTÜCKEN!!! Wenn man denn sonst keinen besseren Ort findet als direkt an der A7, Abfahrt Schnelsen Nord in einem Möbelhaus…
Bjarne fands witzig, wollte auf den Arm um diese Menschen besser sehen zu können. Er guckte lustig in die Runde, zeigte zufällig auf einen älteren Herren und sagte undeutlich Papa, worauf sich die Ehefrau köstlich amüsierte und lauthals fragte: „Hast Du mir was zu sagen, Heeerrbeeert?
Nein, hat er nicht. Du lässt ihn ja nicht zu Wort kommen, schoss mir durch den Kopf. Stattdessen sagte ich nur: „Das wäre mir wohl aufgefallen.“
Als Ikea dann endlich seine Türen für die hungrige Meute öffnete machten wir uns auf den Weg ins Restaurant. Ein Selbstbedienungsretaurant ist für Mutti mit Kinderwagen gar nicht mal so leicht, zumindest nicht wenn 50 Rentner mit einem durch die Lebensmittelregale streunern. Ich zog einen vorgefertigten Teller mit Butter und Aufschnitt auf mein Tablett, schnappte mir noch schnell 2 Brötchen und bezahlte. Der Kaffe musste ausfallen weil ich wirklich nicht wusste wie ich Kind, Tablett und ne Tasse Kaffee zu einem Tisch bringen sollte. Zumal Bjarne es hyperwitzg fand sich an der Kasse Schuhe und Sochen auszuziehen und wegzuwerfen. Ich hab also bezahlt, Tablett geschoben, mit Bjarne geschimpft (nicht so doll natürlich) und Schuhe nebst Socken wieder eingesammelt. Das soll mir mal einer nachmachen.
Am Tisch angekommen habe ich Bjarne einen prima Hochstuhl organisiert, in dem er aber partout nicht sitzen wollte. Bei Mama auf dem Schoß ists eben schöner. Ich hab uns dann die Brötchen geschmiert und wir haben schön gefrühstückt bis der eigentliche Laden aufmachte. Dann haben wir unsere Einkaufsrunde begonnen und jeder der Ikea kennt weiß dass man IMMER mehr kauft als man plant. Bjarne hat noch so eine tolle Holzwalze zum vor-sich-herschieben bekommen die auf unserem Parkettfußboden einen herrlichen Lärm macht. Ich bin froh dass ich nicht unter uns wohne.
Bezahlt haben wir ganz modern an einer Selbstmachkasse an der man die Waren selbst einscannt und dann mit Karte bezahlen kann. Klappte wunderbar. Danach gabs, wie bei jedem Ikeabesuch natürlich noch Hotdogs, wobei Bjarne nur Würstchen mit Brötchen bekam, was ihm vollständig reichte.
Dann stellte ich fest dass seine Trinkflasche leer war, ging also in den Schwedenshop um noch was zu kaufen. Ich fand eine 0,5l Glasflasche mit der Aufschrift Holunder Saeft und war der Meinung dass es sich um Holunderblütensaft handelt. Glücklicherweise hab ich das Zeug vorher mal Probiert. Ich nahm also einen großen Schluck aus der Flasche um festzustellen dass es sich nicht um Saft, sondern um Sirup handelt. Mund, Zunge, Rachenmandeln, alles auf ewig verklebt. Ich hab Bjarne dann ein Tröpfchen davon in seine Flasche getan und mit Leitungswasser aufgefüllt. Ihm hats geschmeckt.

Nachtrag:
Ich dachte ich hätte Fotos vom Zimmer gemacht, war aber ein Video. Da Bjarne jetzt schläft mache ich morgen welche und reiche die nach, versprochen.

So, da sind sie: